Pressemitteilung

Mannheim, 16.12.2014

Bau des MWM BHKWs der Bitburger Braugruppe zunächst durch EEG-Reform gefährdet - später ausgezeichnet als “BHKW des Monats 11/2014“

Die Bitburger Braugruppe begann Anfang 2013 mit der Planung für ein neues BHKW an ihrem Heimatstandort Bitburg.

Eine mit zwei Gasmotoren versehene, mit Erdgas betriebene KWK-Anlage mit einer elektrischen Leistung von 4 MW stand in Aussicht. Kernstück der Konzeption: Zwei MWM Gasmotoren des Typs TCG 2020 V20 mit je 2.000 kW elektrischer und 2.053 kW thermischer Leistung. Der mit 400 V erzeugte Strom wird auf 20 kV transformiert und in das Mittelspannungsnetz der Brauerei eingespeist. So werden 65 Prozent des am Standort benötigten Stroms durch Eigenstromerzeugung abgedeckt. Neben der enormen Kostenersparnis für die Braugruppe steht genauso der stark reduzierte CO2-Ausstoß für die Umwelt im Fokus der Betreiber. Gegenüber der ungekoppelten Versorgung vermeidet die KWK-Anlage jährlich rund 8.000t an CO2-Emissionen und reduziert damit den Ausstoß des Klimagases der Brauerei um 18 Prozent.

Einer der beiden MWM Gasmotoren des Blockheizkraftwerks der Bitburger Brauerei.

Einer der beiden MWM Gasmotoren des Blockheizkraftwerks der Bitburger Brauerei.

EEG-Reform droht mit dem Aus für Bitburger BHKW

Zum Zeitpunkt der Planung ahnte noch keiner der Verantwortlichen, welche Hürden mit dem neuen Projekt genommen werden mussten. Die erste Hürde kam vom damaligen Umweltminister Peter Altmaier (CDU), der die Einführung einer EEG-Mindestumlage forderte. Der Ende November 2013 geschlossene Koalitionsvertrag schien jedoch die ursprünglichen Pläne zur EEG-Mindestumlage zu entschärfen.

Bitburger erteilte dem Krefelder MWM Servicepartner H.G.S im Dezember 2013 den Auftrag zur Beschaffung und Montage der BHKW-Konzeption und der dazugehörigen Komponenten zur Wärmeerzeugung. Mit der von der Bundesregierung beschlossenen EEG-Reform wurde die nächste Hürde gesetzt. Die neue Gesetzgebung sah vor, dass alle neuen KWK-Eigenstromerzeugungen ab dem 1. August 2014 mit 30 Prozent der EEG-Umlage belastet werden, ab 2016 mit 35 Prozent und ab 2017 sogar mit 40 Prozent. Um die Refinanzierung des Projekts nicht zu gefährden, war das schnelle und professionelle Handeln aller Beteiligten gefragt. In Zusammenarbeit mit der Braugruppe Bitburger, dem MWM Servicepartner H.G.S und den anderen Verantwortlichen gelang es die beiden MWM Gasmotoren in nur zwei Monaten zu bauen und aufzustellen. Dadurch konnte die Anlage noch vor Inkrafttreten der EEG-Novelle in Betrieb genommen werden.

Besonderheiten des BHKWs am Standort Bitburg

Das Blockheizkraftwerk am Standort Bitburg zeichnet sich, abgesehen von seiner herausfordernden Planungsphase, durch weitere Besonderheiten aus: Um das KWK-Potenzial der Braustätte Bitburg gänzlich auszuschöpfen, wurden die bestehenden Produktionsprozesse – mit Ausnahme der Sudhausbeheizung – in über 20 Einzelmaßnahmen auf eine Vorlauftemperatur von maximal 98° C angepasst.

Zudem forderte die Aufstellung der Anlage die Ingenieure und Planer. Aufgrund schwieriger Bodenverhältnisse wäre der Neubau eines eigenen Maschinenhauses zu teuer gewesen, deshalb wurden die BHKW-Module und der Dampferzeuger im ehemaligen Gaswärmepumpenraum untergebracht, was eine aufwendige Be- und Entlüftung notwendig macht. Der Abgaswärmetauscher, der Schalldämpfer und der Tischkühler zur Gemischkühlung sind hingegen auf dem Dach des Energiegebäudes in zwölf Metern Höhe aufgebaut. Auf die Installation eines Notkühlers wurde –  wie bei allen in der Braugruppe installierten BHKW – verzichtet.

Wirtschaftlichkeit und Effizienz

MWM ist in Fragen der dezentralen Energieversorgung schon seit Jahren ein verlässlicher Partner der Braugruppe Bitburger und hat den langjährigen Kunden auch bei der Erbauung der weiteren Anlage am Standort Bitburg nicht enttäuscht. Nachdem alle Hindernisse überwunden wurden, rechnet das Unternehmen mit der Amortisierung der Gesamtinvestition von 5.5 Mio. Euro in fünf Jahren. Bitburger begründet diese Prognose mit der guten Auslastung, sowie der hohen Effizienz des MWM Blockheizkraftwerks, das einen elektrischen Wirkungsgrad von 43,7% und einem Gesamtnutzungsgrad von 88% hat.

Für diese Leistungen wurde das Blockheizkraftwerk Bitburg von der Fachzeitschrift Energie und Management als bestes seiner Art des Monats November 2014 ausgezeichnet.

Hier finden Sie einen entsprechenden Beitrag der Zeitschrift Energie & Management, lesen Sie mehr über die Auszeichnung des MWM BHKW der Bitburger Brauerei im Beitrag von Energie & Management
(PDF, 0,5 MB)

Fotos: Quelle: H.G.S. Partner GmbH

Pressekontakt

Aljoscha Kertesz
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